Neu: „Schulische Förderkonzepte“- Band 6 der IBBW-Reihe Wissenschaft und Praxis

Welche Prozesse, Gelingensbedingungen und Herausforderungen spielen bei der „(Weiter-) Entwicklung systematischer Förderung zu einer wirksamen Förderkonzeption“ eine Rolle? Antworten zu diesen Fragen gibt es in dem neuen Band der IBBW-Publikationsreihe Wissenschaft und Praxis.

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In Band 6 der Publikationsreihe stellt das Autorenteam Rogulj/Junk-Deppenmeier/Dehmel/Fauth Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung des Modellprojekts „(Weiter-)Entwicklung systematischer Förderung zu einer wirksamen Förderkonzeption“ vor. Das Projekt fand im Kontext der datengestützten Qualitätsentwicklung des Kultusministeriums statt. Es zielte darauf ab, den Anteil der Schülerinnen und Schüler, die den Mindeststandard bei Lernstand 5 und VERA 8 nicht erreichen, zu reduzieren und den Anteil derjenigen zu erhöhen, die den Optimalstandard erreichen. Die Förderkonzepte sollen dazu dienen, langfristig die Basiskompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu erhöhen. Im Projekt entwickelten 25 Schulen der Sekundarstufe I Konzepte zur Förderung von leistungsschwachen und leistungsstarken Schülerinnen und Schülern sowie von Maßnahmen im außerunterrichtlichen Bereich.

Eingebettet in die Theorie der gelingenden Innovation (Holtappels, 2013) und der Educational Governance (Luig, 2023) werden in der Publikation die zentralen Ergebnisse zu folgenden Fragestellun­gen dargestellt:

  1. Wie gestaltet sich der Prozess der schulinternen Entwicklung der Förderkonzeption?
  2. Welche Rahmenbedingungen, Ressourcen oder Akteurskonstellationen fördern oder behindern die Entwicklung und Umsetzung der Förderkonzeption?

Es zeigt sich, dass 

  • sich die Entwicklung der Förderkonzepte an übergeordneten Zielvorgaben des KM orientiert und in die spezifischen schulischen Handlungslogiken einbettet.
  • der Schwerpunkt der Förderung auf überfachlichen Kompetenzen lag, die von allen Schulleitungen als Grundlage für die Erreichung der Mindest- und Optimalstandards angesehen wurden.
  • diese überfach­lichen Kompetenzen als verbindendes Element zwischen unterschiedlichen Maßnahmen dienten.
  • die Integration von Förderkonzepten in die datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie in den ZLV-Prozess von zentraler Bedeutung ist. 
  • die Entscheidung zur Einführung eines schulinternen Förderkonzepts den Schulen selbst über­lassen bleiben sollte, um deren individuellen Bedürfnissen und Rahmenbedingungen gerecht zu werden.
  • die aktive Integration des Kollegiums in die Konzeptentwicklung als wichtig angesehen wird.
    Innovationsorientiertes Leitungshandeln (Holtappels, 2013) wurde von den Schulleitungen als notwen­dig beschrieben. 
  • Personalressourcen ein zentrales Element der Dimension Infrastruktur der Innovation (Holtappels, 2013) sind, die die Zusammenarbeit schulischer Akteure bei der Entwicklung und Umsetzung des Förderkon­zepts ermöglicht und steuert. 
  • flexible und bedarfsorientierte Ressourcenzuweisungen eine entscheidende Grundlage für die Umsetzung schulinter­ner Förderkonzepte darstellen.

Die IBBW-Publikationsreihe „Wissenschaft und Praxis“ ist Teil der Aktivitäten des Instituts für Bildungsanalysen Baden-Württemberg im Bereich Wissenschaftstransfer und trägt zu einer evidenzorientierten Weiterentwicklung der Bildungspraxis bei.

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