„Ankommen und Dranbleiben“ - Projektevaluation durch das IBBW

Das von der Baden-Württemberg Stiftung geförderte Projekt „Ankommen und Dranbleiben - Individualisiertes Lernen in digitaler Lernumgebung in der Ausbildung an beruflichen Schulen“ (https://www.bwstiftung.de/de/programm/ankommen-und-dranbleiben) hat vor allem die individuelle Förderung von Auszubildenden im ersten Lehrjahr in den Blick genommen. Projektkoordinator und verantwortlich für die Konzeption und Umsetzung des Projekts war das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (Kontakt: Sandra Winterhalter, Sandra.Winterhalter(at)km.kv.bwl.de). Das IBBW wurde mit der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation von „Ankommen und Dranbleiben“ (A&D) beauftragt.

Ziele, Gestaltung und Umsetzung des Projekts

Berufliche Schulen sind mit den Anforderungen einer zunehmend heterogenen Schülerschaft und sich wandelnder Lernbedürfnisse konfrontiert. Vor diesem Hintergrund versuchte das Projekt A&D, den Schülerinnen und Schülern ein (stärker) individualisiertes Lernen zu ermöglichen und dabei die Potentiale digitaler Lernumgebungen zu nutzen. Ziel war es, adaptive und digital gestützte Lernumgebungen für den Fachunterricht an beruflichen Schulen zu gestalten und zu implementieren. Beteiligt wurden hierbei zunächst drei ausgewählte Bildungsgänge: (1) Berufe des Hotel- und Gaststättengewerbes, (2) der Beruf der Verkäufer/-innen und (3) die sozialpädagogische Assistenzausbildung.

Das pädagogische Konzept von A&D (vgl. Abbildung 1) stützte sich u. a. auf Gestaltungselemente, die bereits aus AVdual (vgl. https://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/ausbildungsvorbereitung) bekannt waren, wie Offene Lernzeit, Lerntagebuch oder Lernberatung. Ergänzt wurden diese durch die Pädagogische Diagnose und insbesondere durch die digitale Lernumgebung mooveBS (Moodle).

  • Kontakt

Dr. Cordula Petsch
0711 6642 4205
E-Mail

Dr. Evelin Ruth-Herbein
0711 6642 4200
E-Mail

Abbildung 1: Pädagogisches Konzept (Quelle: Föll, M. (2023))

Das in Zusammenarbeit von Kultusministerium, Fachberater/-innen und Schulen entstandene Konzept sowie die umfangreichen Begleitmaterialien wurden in zwei aufeinanderfolgenden Schuljahren (2023/24 und 2024/25) in ausgewählten Klassen der drei Bildungsgänge erprobt. Das Kultusministerium stellt das Konzept sowie sämtliche Begleitmaterialien (inklusive fachbezogener Moodle-Kurse) inzwischen allen Schulen auf der Plattform mooveBS frei zur Verfügung (https://moodle.moove-bw.de/course/view.php?id=1277). 

Ziele, Gestaltung und Umsetzung der Evaluation

Die vom IBBW durchgeführte Evaluation hatte zwei Zielsetzungen: Zum einen sollten valide Aussagen über die Implementation von A&D und potentielle Gelingensfaktoren gewonnen werden. Hierzu wurden beteiligte Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler einmalig, gegen Ende der Maßnahme zu ihren Einstellungen und Wahrnehmungen zu A&D befragt. Zentrale Fragen waren bspw.: Wie empfinden die beteiligten Personen die praktische Umsetzung, die Nützlichkeit oder die Wirksamkeit von A&D bzw. seinen Kernelementen? Und welche Rahmenbedingungen der Schulen, Klassen oder auch Voraussetzungen der Jugendlichen beeinflussen diese Einschätzungen und in welche Richtungen?

Zum anderen interessierte in der Evaluation, ob bedeutsame Treatmenteffekte von A&D zu beobachten sind. Das bedeutet: Entwickeln sich ausgewählte Einstellungen oder Merkmale der Schülerinnen und Schüler, die an A&D teilnehmen, anders als bei Auszubildenden, die den regulären Unterricht besuchen? Hierzu wurden Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Untersuchungsgruppen zu mehreren Zeitpunkten über das Schuljahr hinweg befragt. Untersucht wurde bspw. wie sich die Wahrnehmung bedeutender Unterrichtsmerkmale (wie Differenzierung oder konstruktive Unterstützung) oder der Verlauf von emotional-motivationalen Merkmalen (wie Lernfreude oder Kompetenzerleben) entwickeln und ob Unterschiede zwischen den Untersuchungsgruppen bestehen. 

Die Evaluation erstreckte sich über beide Erprobungsjahre und wurde mittlerweile erfolgreich abgeschlossen. Der Ergebnisbericht wird in Kürze auf der Homepage des IBBW veröffentlicht.