Computerbasiertes formatives Assessment in der Grundschule (Co-FormAt)

Was ist formatives Assessment und wie lässt es sich im Grundschulunterricht effizient umsetzen? Welchen Mehrwert bietet dieser Ansatz für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und Eltern?

Diesen Fragen widmete sich das Pilotprojekt „Computerbasiertes formatives Assessment in der Grundschule“ (kurz: Co-FormAt).


Kinder arbeiten am Tablet

Ziele des Projekts

Das Ziel des Pilotprojekts „Computerbasiertes formatives Assessment in der Grundschule“ (Co-FormAt) war es, Grundschullehrkräfte beim Einsatz von formativen Assessments im Unterricht zu unterstützten. Hierzu sollte ein Online-Tool entwickelt werden, das den Einsatz von formativen Assessments in den Bereichen Rechnen (Operationsverständnis) und Lesen erleichtert.

Darüber hinaus sollte das Projektvorhaben dazu beitragen, den Grundgedanken des formativen Assessments in der Schul- und Unterrichtspraxis präsenter zu machen und Impulse für formative Formen der Leistungseinschätzung und -rückmeldung geben.

Aufbau des geplanten Online-Tools

Für das Projekt wurden verschiedene Maßnahmen erarbeitet, die sich in vier Bausteine einordnen lassen.

Grafik des Online-Tools mit den vier Bausteinen

Baustein „Assessment“
Für die lernbegleitende Erfassung von Schülerleistungen in den ausgewählten Kompetenzbereichen der Fächer Deutsch und Mathematik waren wiederholt kurze diagnostische Aufgaben von nicht mehr als 15 Minuten Länge vorgesehen. Die Administration und Auswertung dieser Aufgaben sollten automatisiert durch ein neu entwickeltes Online-Tool erfolgen. 

Baustein „Feedback“
Basierend auf den Ergebnissen der diagnostischen Aufgaben sollten die Lehrkraft und die Lernenden adressatengerecht aufbereitete Rückmeldungen zum aktuellen Lernstand und zum bisherigen Lernverlauf bekommen. In Mathematik war zudem vorgesehen, dass Lehrkräfte Hinweise auf mögliche Fehlvorstellungen von Schülerinnen und Schülern im Bereich der Grundvorstellungen erhalten.

Baustein „Förderhinweise“
Im Sinne einer diagnosegeleiteten Förderung benötigen Lehrkräfte konkrete Fördermaterialien in Form von spezifischen Arbeitsmethoden oder Übungsaufgaben, mit denen die abgeleiteten Förderbedarfe der Lernenden adressiert werden. Zu diesem Zweck sollte das Online-Tool auf geeignete Materialien verweisen.

Baustein „Unterstützungssystem“
Der Einsatz des Online-Tools im Unterricht sollte durch ein begleitendes Unterstützungssystem ergänzt werden. Dieses sollte den beteiligten Personengruppen dabei helfen, die Ergebnisrückmeldungen des Tools zu verstehen, sie in den jeweiligen Lernkontext einzuordnen und daraus abgeleitet effektive Lern- und Unterstützungsangebote anbieten zu können.

Die Entwicklungen in den vier Bausteinen wurden durch einen intensiven Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Bildungsforschung, der Fachdidaktik, der schulischen Praxis sowie der Schulverwaltung unterstützt.

Projektförderung

Das Projekt war Teil des IBBW-abteilungsübergreifenden Projekts „CheckBW“ (Projektleitung: IBBW, Referat 13) und wurde aus Mitteln des DigitalPakts Schule und der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Wissenschaftliche Begleitung

Für das gesamte Projektvorhaben war eine wissenschaftliche Begleitung vorgesehen. Zunächst sollte das Online-Tool hinsichtlich seiner Funktionalität und Praxistauglichkeit getestet werden. Anschließend sollte es auf seine Umsetzung und Wirksamkeit hin überprüft werden. Durch diese geplante Vorgehensweise sollte sichergestellt werden, dass ein überprüftes und wirksames Instrument in die breite Praxisanwendung übergeben wird.

Projektende

Die Förderung für das Projekt ist 2025 ausgelaufen. Aufgrund von verschiedenen Entwicklungen und Abhängigkeiten konnte das geplante Online-Tool nicht realisiert und bereitgestellt werden. Der Projektstand und Erkenntnisse wurden in einer Projektdokumentation zusammengefasst. 

  • Kontakt

Irmlind Kammerer
0711 6642-4208
E-Mail

Dr. Julia Käfer
0711 6642-4204
E-Mail

Dr. Evelin Ruth-Herbein
(derzeit in Elternzeit)