
Junge Menschen zu ermutigen und zu befähigen, ihr Leben aktiv und selbstverantwortlich mitzugestalten und dabei reflektiert eigene
Bildungs- und Berufsentscheidungen zu treffen, ist ein fächerübergreifendes Bildungsziel von Schule auf das sich die KMK im Jahr
2017 erneut verständigt hat. In Baden-Württemberg ist die Berufliche Orientierung als Leitperspektive in allen Schularten im
Bildungsplan verankert, und auch die Ständige Wissenschaftliche Kommission (SWK) hat in einem Gutachten
die Bedeutung von Beruflicher Orientierung hervorgehoben. Um zu erreichen, dass sich junge Menschen bis zum Ende ihrer Schulzeit ihrer
individuellen beruflichen Interessen und Ziele vergewissern und die Kompetenzen zur Umsetzung entwickeln können, sind Schulen
aufgefordert, geeignete Konzepte zu erarbeiten. Dies setzt sowohl innerschulisch die Verständigung auf die schulischen Ziele und
zielunterstützende Maßnahmen voraus als auch den Aufbau und die Pflege eines Kooperationsnetzwerkes mit diversen
außerschulischen Institutionen, z. B. der Bundesagentur für Arbeit, gesellschaftlichen Gruppen sowie Anbietendenden
weiterführender beruflicher Bildungsgänge (u. a. Beruflichen Schulen, Hochschulen, Unternehmen), die ebenfalls
berufsorientierende Maßnahmen und Beratungsdienste anbieten.
In dem Beitrag von Prof. Dr. Birgit Ziegler wird die Relevanz von Beruflicher Orientierung auf einer entwicklungs- und sozialisationstheoretischen Basis begründet. Dem folgt ein Überblick über personale Faktoren (z. B. Wissen, Fähigkeiten, Motive und Haltungen), die nachweislich Berufswahlkompetenz konstituieren. Im Fokus stehen empirisch belastbare Erkenntnisse aus der nationalen und internationalen Forschung zu konzeptionellen Zugängen und Maßnahmen sowie deren Potenziale zur Förderung von Berufswahlkompetenz und damit verbundenen Herausforderungen. Dabei wird differenziert zwischen Maßnahmen, die von schulexternen Anbietenden in den schulischen Unterricht integriert werden können (Workshops, Potenzialanalysen, Informationsveranstaltungen etc.), Ansätzen zur Integration von berufswahlrelevanten Themen in den Fachunterricht, individualisierten Maßnahmen (z. B. Mentoring, Reflexionsinstrumente etc.), Ansätze zur Elternarbeit sowie von Schulen ausgehenden Maßnahmen, wie z. B. Praxistage, Praktika etc. Dieser Überblick über den Forschungsstand sowie Befunde aus der eigenen empirischen Forschungspraxis dienen als Basis für den anschließenden Austausch über Impulse und Erfahrungen aus der schulischen Praxis.
Mit Fokus auf Baden-Württemberg wird gezeigt, wie Berufliche Orientierung als Leitperspektive umgesetzt wird, und welche Unterstützungsangebote es für die Schulpraxis gibt. Frau Birgit Otte wird in aller Kürze die Hintergründe für die neue Verwaltungsvorschrift über die Berufliche Orientierung an weiterführenden allgemein bildenden und beruflichen Schulen (VwV Berufliche Orientierung 2025) und die damit verbundenen Ziele erläutern. Das Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) zeigt im Anschluss wie dies im Qualitätsrahmen Berufliche Orientierung aufgegriffen wird. Hierzu werden Beispiele aus der Praxis vorgestellt und Impulse für die schulische Umsetzung gegeben.
Zu den Personen
Dr. Birgit Ziegler ist Professorin a. D. für Berufspädagogik und Berufsbildungsforschung an der Technischen
Universität in Darmstadt und Mitglied der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK). Einer ihrer
Arbeitsschwerpunkte ist die Berufsorientierung. Prof. Ziegler war auch am SWK-Gutachten
„Kompetenzen für den erfolgreichen Übergang von der Sekundarstufe I in die berufliche Ausbildung sichern“ (SWK, 2025)
beteiligt.
Kontakt: birgit.ziegler@tu-darmstadt.de; https://www.abpaed.tu-darmstadt.de/bp/arbeitsbereich_berufspaedagogik/index.de.jsp
Birgit Otte ist Ministerialrätin am Kultusministerium Baden-Württemberg und leitet dort das Referat
„Schulartübergreifende Bildungsaufgaben, Beratungsgremien“.
Expertinnen und Experten vom Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL).
Informationen zur Veranstaltung
Die Veranstaltung findet am 15.10.2026 von 15.00 – 17.00 Uhr online mit Webex statt.
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Eine Anmeldung bis
12.10.2026 ist erforderlich.
Den Teilnahmelink erhalten Sie kurz vor der Veranstaltung per Mail.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „IBBW - Wissenschaft im Dialog“ statt und ist eine der Aktivitäten des IBBW im Bereich Wissenschaftstransfer.
Kontakt
IBBW - Referat 43: Entwicklung von Standards, Wissenschaftstransfer
Nicole Stein
nicole.stein@ibbw.kv.bwl.de
Dr. Alexandra Dehmel
alexandra.dehmel@ibbw.kv.bwl.de